Altar

           Ein aus Stein geformtes Gebet nannte bei der Einweihung Bischof Dr. Adolf Bolte die neue St.-Bonifatius-Kirche. Dem feierlichen Einzug in die neue Kirche war eine Begrüßungsansprache beim Empfang des Bischofs vor dem Jugendheim durch Pfarrkuratus Klute vorausgegangen. Die Vereine der Gemeinde hatten ihn mit ihren Fahnen bereits an der Stadtgrenze empfangen. Nach Besprengung der Kirchenmauern öffneten sich auf das rituelle Klopfen mit dem Bischofsstab die Pforten der Kirche. Der Bischof hielt mit der Geistlichkeit und dem gläubigen Volk feierlichen Einzug in das Gotteshaus.  Höhepunkte der Weihe von Kirche und Altar waren die Beisetzung der Reliquien, die Einmauerung der Urkunde und die Konsekration des Altares. Feierlich erklang beim Levitenamt das Schubert'sche Sanctus und der 32. Psalm, gesungen vom Gremmels'schen Männerchor unter Leitung von Adolf Scholz; und jubelnd schallten die Gesänge des Fliedener Kirchenchores durch die weite Halle. Weihe und Messe gingen mit dem gemeinschaftlichen gesungenen "Tedeum" zu Ende.
                          In der "Kinzig-Zeitung" konnte man lesen: Nach der Einweihung der neuen katholischen Kirche in Schlüchtern trafen sich am Sonntag die Geistlichkeit und die Ehrengäste zu einem Mittagessen im Hof Reith. Was hier gesprochen wurde zeigt, dass die Kluft zwischen katholischen und evangelischen Christen kleiner geworden ist. Vor dem Essen dankte Pfarrkuratus Bruno Klute noch einmal allen, die sich an dem Kirchbau beteiligt hatten, besonders aber dem Fuldaer Bischof Dr. Adolf Bolte und dem Landrat Dr. Wolfgang Seibert. Seinem evangelischen Amtsbruder Pfarrer Happich, der in Vertretung von Dekan Gang erschienen war, dankte er dafür, dass in den vergangenen Jahren immer wieder evangelische Kirchen für den katholischen Gottesdienst hätten benutzt werden dürfen. Jetzt hätten die katholischen Christen ihre eigene große Kirche, aber trotzdem solle das entstandene Gemeinschaftsgefühl nicht verloren gehen.Klute dankte auch Landrat a. D. Dr. Walter Jansen und sprach die Hoffnung aus, dass er sich dafür einsetzen werde, dass in der neuen Kirche in zwei Jahren auch eine neue Orgel stehe. Der Pfarrkuratus vergaß auch nicht seinen Dank an die Künstlerinnern, Schwester Michaela Kroemer vom Missionshaus Neuenbeken bei Paderborn und Gretel Hartmann aus Großensachsen a. d. Bergstraße, sowie den Architekten Josef Kühnel auszusprechen.
Bischof Dr. Adolf Bolte dankte besonders dem Pfarrkuratus Bruno Klute, der sich nicht gescheut habe, vierzigmal für seine neue Kirche in der Diözese zu betteln. Zu dem großen Fest einer Kircheneinweihung könne er nicht mit leeren Händen kommen, und so habe er ein Geschenk in Form von 50.000,--DM mitgebracht.