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Herzlich willkommen, Pfarrer Innocent Oyibo

Herzlich willkommen, Pfarrer Innocent Oyibo

Schlüchtern 30.11.2018

Dr. Innocent Adejoh Oyibo ist Jahrgang 1970. Nach dem Studium der Philosophie in seiner Heimat Nigeria, absolvierte er ein Theologiestudium in Fulda. 1995 wurde er zum Priester geweiht für das Bistum Idah, Nigeria. Mehrere Jahre war er in Kassel als Priester tätig. Seine Promotion hat er im Jahr 2004 in Freiburg abgeschlossen.

Nigerianer Innocent Oyibo bald in Schlüchtern

Pfarrversammlung am 30.11.18 in der Begegnungsstätte Effata

Wir von St. Bonifatius Schlüchtern müssen  weiterhin mit einer Übergangslösung an unserer Spitze leben. Das wurde uns bei unserer Pfarrversammlung von Domkaptitular Prälat Christof Steiner bekanntgegeben

Derzeit leitet Pater Clemens Schliermann von den Salesianern Don Boscos als Pfarradministrator die Geschicke, bevor er – das ist schon länger geplant – Ende Januar ins Kloster Benediktbeuern seines Ordens wechselt. Prälat Christof Steinert, Personalreferent des Bistums Fulda, brachte nun die frohe Botschaft, dass dann ein Studienfreund von ihm die Geschicke in St. Bonifatius übernehmen werde. Es ist der Nigerianer Dr. Innocent Oyibo, der von der derzeitigen Wirkungsstätte in seinem Heimatland für einen Zeitraum von etwa eineinhalb bis zwei Jahren freigestellt werde.

Foto: U. Schwínd

Steinert berichtete von Gesprächen mit dem deutschen Provinzial der Salesianer Don Boscos. Der Orden stehe fest zum Standort Sannerz und sei auch bereit, die Gesamtverantwortung im Pastoralverbund St. Maximilian Maria Kolbe, der sich von Schlüchtern bis Züntersbach erstreckt, zu übernehmen. Hierbei kam die Zusage, einen Pater mit der Leitung von St. Bonifatius zu betrauen. Derzeit stehe für diese Aufgabe aber niemand zur Verfügung. Erst wenn in etwa zwei bis drei Jahren ein anderer Standort der Salesianer schließe, werde ein Mitbruder in den Bergwinkel beordert. Steinert stellte ferner in Aussicht, 2019 oder spätestens 2020 eine hauptamtliche Gemeindereferentin dem Pastoralverbund zuzuordnen. Alles vorausgesetzt, ein künftiger neuer Bischof trägt diesen Weg mit.

Pater Clemens Schliermann bekam von Gästen des Abends viel Lob ausgesprochen und wurde mit Applaus bedacht. In seinem kurzen Wirken nach dem überraschenden Weggang von Pfarrer Dr. Lech Kowalewski im Juli, der zu den Altkatholiken nach Düsseldorf und Aachen gewechselt war, habe er Großes geleistet. Er sei ein Mensch, der auf Augenhöhe agiere, die Menschen ernst nehme und sich nicht selbst in den Mittelpunkt stelle, wurde hervorgehoben.

Er war es auch, der den Gästen des Abends Details zur derzeitigen finanziellen Situation der Pfarrei lieferte. Nach dem Neubau des „tollen Pfarrzentrums“ und der Sanierung des Pfarrhauses befinde sich St. Bonifatius derzeit in einem Konsolidierungsprozess. Es gelte, in den nächsten Jahren den Gürtel enger zu schnallen, sparsam zu wirtschaften und unnötige Ausgaben zu vermeiden. Schon seien Gespräche mit dem Bistum und Banken geführt worden, um die Baulasten zu tragen und beispielsweise Kredite zu verlängern.

Prompt kam aus dem Auditorium der Vorschlag, dass mit dem durch den Weggang von Kowalewski eingesparten Pfarrer-Gehalt dessen Sonderwünsche bei der Sanierung des Pfarrhauses in Höhe von mehreren tausend Euro durch das Bistum bezahlt werden sollte. Prälat Steinert konterte den Vorschlag, indem er eine andere Zahl präsentierte: Gerade erst habe das Bistum einen sechsstelligen Betrag aus den Rückstellungen des Bistums für die Pensionsansprüche von Kowalewski an die Rentenkasse überweisen müssen.

Foto: U. Schwínd

Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Dr. Matthias Lergenmüller hatte zu Beginn des Abends den überraschenden Abgang des Alt-Pfarrers als Schockerlebnis bezeichnet. Pater Clemens stellte fest, dass es trotz dieser Enttäuschung weiter viel Engagement und Optimismus in der Pfarrgemeinde gebe. Aus den einzelnen Gruppierungen und Aktivitäten baute er mit Helfern aus beschrifteten Pappkartons ein buntes Haus. Fazit: Nach Einschätzung von Lergenmüller sind rund 600 Menschen, was rund 30 Prozent der örtlichen Katholiken beträgt, „mehr oder weniger aktiv“. Diese Zahl mache Mut und gebe Auftrieb für die künftige Arbeit.

Ganz viele Herausforderungen könnten so aus der Gemeinde heraus gestemmt werden. Dennoch gehe es nicht ohne einen Pfarrer an der Spitze. Welche Eigenschaften dieser haben solle, hatte sich der Pfarrgemeinderat in einer Sitzung überlegt. Er solle beispielsweise von der Mentalität zu allen Altersgruppen passen, der Ökumene gegenüber aufgeschlossen sein, als Netzwerker offen und transparent kommunizieren und nicht zu konservativ sein.

Aus der Runde wurde die Wunschliste teilweise kritisch gesehen und von einer „eierlegenden Wollmilchsau“ gesprochen. „Wir dürfen uns nicht zu viel wünschen, sondern froh sein, wenn überhaupt jemand kommt“, sagte eine Frau.

Zahlreiche Christen nutzten die Gelegenheit, ihre Meinung und Gefühle im Rahmen einer solchen Versammlung kundzutun. So wurde über das Zölibat, den Priestermangel, die Begrüßung von Neubürgern und der Besuch von Flüchtlingen gesprochen. Abschließend stellte eine Frau nachdenklich fest: „Die Menschen in Schlüchtern habe sich an einen Pfarrer gewöhnt, der immer da war. Davon müssen wir uns wohl verabschieden.“

(Quelle & Foto U. Schwind)